Die Stadtnetze Münster GmbH (SNMS) beabsichtigt die Einführung eines neuen Energiedatenmanagementsystems (EDM) auf Basis von robotron*eCount zur Ablösung des bestehenden SAP-EDM-Systems. Ziel des Vorhabens ist die Bereitstellung einer zukunftssicheren, leistungsfähigen und regulatorisch konformen Energiedatenmanagementplattform mit besonderem Fokus auf Smart Metering, Bilanzierung sowie die flexible Umsetzung zukünftiger energiewirtschaftlicher Anforderungen.
Gegenstand der Beschaffung ist die Erweiterung der bestehenden Robotron-Komponenten im Konzernverbund um ein neues Energiedatenmanagementsystem (EDM) auf Basis von Robotron*ecount einschließlich der erforderlichen Softwarelizenzen sowie der Implementierungs-, Migrations-, Integrations- und Inbetriebnahmeleistungen. Die Leistungen umfassen insbesondere die Einrichtung der Systemumgebung, die Migration der Bestandsdaten und Fachprozesse aus dem bestehenden SAP-EDM-System, die Implementierung der Fachprozesse für Strom und Gas einschließlich Bilanzierung, Plausibilisierung und Ersatzwertbildung, die Anbindung der erforderlichen Schnittstellen, die Durchführung von Tests, die Unterstützung beim Produktivstart (Hypercare) sowie Schulungs- und Projektleistungen. Darüber hinaus umfasst die Beschaffung die Bereitstellung der erforderlichen Betriebs- und Softwarepflegeleistungen einschließlich Cloud-Infrastruktur (Oracle Cloud Infrastructure), Monitoring, Wartung, Support und Sicherheitsleistungen für den laufenden Betrieb. Ziel der Beschaffung ist die Ablösung des bestehenden SAP-EDM-Systems durch eine zukunftssichere, leistungsfähige und regulatorisch konforme Energiedatenmanagementplattform mit besonderem Fokus auf Smart Metering, Bilanzierung sowie der flexiblen Umsetzung zukünftiger energiewirtschaftlicher Anforderungen.
Im bisherigen Projektverlauf wurden bereits umfangreiche Fachkonzepte, Migrationskonzepte, Schnittstellenkonzepte sowie eine projektspezifische Zielarchitektur für die Einführung von robotron*eCount erstellt. Darüber hinaus wurden bereits technische Vorarbeiten und vorbereitende Implementierungsleistungen erbracht sowie wesentliche Projektentscheidungen getroffen. Die nun zu vergebenden Leistungen bauen unmittelbar auf diesen bereits erarbeiteten Grundlagen auf und stellen eine inhaltliche und technische Fortführung des laufenden Projekts dar. Ein Wechsel des Auftragnehmers würde die bereits geschaffenen Projektgrundlagen weitgehend entwerten und die Neuerstellung der Konzepte, die Überarbeitung der Zielarchitektur, die Neuentwicklung der Schnittstellen sowie eine vollständige Neuplanung der Migration und umfangreiche erneute Test- und Integrationsleistungen erforderlich machen. Dies würde erhebliche zusätzliche Kosten, einen erheblichen Zeitverzug sowie erhöhte Projektrisiken verursachen und die fristgerechte Umsetzung regulatorischer Anforderungen gefährden. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen können die zusätzlichen Leistungen daher ausschließlich durch den ursprünglichen Auftragnehmer erbracht werden.
Die bestehende Systemlandschaft des Konzerns umfasst bereits mehrere produktiv eingesetzte Robotron-Anwendungen, unter anderem in den Bereichen Smart Metering, Gateway-Administration, Marktkommunikation und energiewirtschaftliche Fachprozesse. Für das Energiedatenmanagement wurde bereits eine vollständige Zielarchitektur entwickelt, die auf die bestehende SAP IS-U-Landschaft sowie die vorhandenen Robotron-Komponenten abgestimmt ist. Darüber hinaus wurden produktspezifische Datenmodelle, Fachkonzepte, Migrationskonzepte und Schnittstellenkonzepte erstellt sowie umfangreiches Implementierungswissen aufgebaut. Sämtliche Projektgrundlagen basieren auf den technischen Eigenschaften und Integrationsmechanismen von robotron*eCount. Ein Wechsel des Auftragnehmers oder der Softwarelösung würde eine grundlegende technische Neukonzeption der Systemarchitektur, die vollständige Überarbeitung der Datenmodelle und Schnittstellen sowie erneute Migrations-, Integrations- und Testleistungen erfordern. Die bereits erarbeiteten Ergebnisse könnten nur eingeschränkt weiterverwendet werden, wodurch erhebliche Mehrkosten, zeitliche Verzögerungen und zusätzliche Projektrisiken entstünden. Der fehlende Wettbewerb beruht dabei nicht auf einer künstlichen Einschränkung der Vergabeparameter, sondern auf der seit 2023 verfolgten strategischen Systementscheidung und den bereits geschaffenen technischen und organisatorischen Projektgrundlagen. Aus diesen technischen Gründen kann der Auftrag ausschließlich durch den bisherigen Auftragnehmer ausgeführt werden.
Die Vergabe erfolgt im Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 3 Buchst. b und Nr. 5 SektVO. Aufgrund der bereits bestehenden technischen Systemlandschaft, der entwickelten Zielarchitektur sowie der projektspezifischen Integrations-, Migrations- und Fachkonzepte kann die Leistung ausschließlich durch den bisherigen Auftragnehmer erbracht werden. Ein Wechsel des Auftragnehmers würde eine grundlegende technische Neukonzeption, erhebliche Mehrkosten, einen erheblichen Zeitverzug sowie zusätzliche Projektrisiken verursachen.