Gegenstand der Beschaffung sind Fachplanungsleistungen der Küchenfachplanung (Großküchentechnik, Anlagengruppe 7 gemäß HOAI) für den Neubau eines Klinikgebäudes mit zentraler Speiseversorgung am Standort der LWL-Klinik Warstein. Im Neubau ist ein Patientenrestaurant vorgesehen, das künftig einen Großteil der Patientinnen und Patienten zentral versorgen soll. Die Maßnahme ist Teil der umfassenden baulichen Weiterentwicklung des Klinikstandorts unter Einbeziehung denkmalgeschützter Bestandsgebäude.
Die zu vergebenden Leistungen umfassen die vollständige Übernahme und Fortschreibung der Fachplanung ab Leistungsphase 5 bis einschließlich Leistungsphase 9 gemäß HOAI. Für die Fachplanung der Großküchentechnik liegen Vorleistungen aus den Leistungsphasen 1 bis 3 vor. Die Prüfung dieser vorhandenen Vorplanung auf Vollständigkeit, Plausibilität, technische Konsistenz, Funktionsfähigkeit sowie Übereinstimmung mit den betrieblichen Anforderungen stellt eine Sonderleistung dar und ist Bestandteil der ausgeschriebenen Leistungen. Festgestellte Abweichungen, Fehlstellen oder Optimierungsbedarfe sind dem Auftraggeber unverzüglich schriftlich mitzuteilen und in einem nachvollziehbaren Prüfbericht zu dokumentieren. Mit Aufnahme der Planung ab Leistungsphase 5 übernimmt der Auftragnehmer die volle Planungsverantwortung für alle fortgeführten und übernommenen Planungsbestandteile, sofern keine begründeten Bedenken angezeigt wurden.
Der Leistungsumfang umfasst insbesondere:
1.
die Ausführungsplanung der Großküchentechnik einschließlich Installationsplanung und technischer Funktionsnachweise,
2.
die Erstellung von Leistungsverzeichnissen sowie Geräte- und Ausstattungsbeschreibungen,
3.
die Mitwirkung bei der Vergabe der Küchentechnik,
4.
die Objektüberwachung der Lieferung und Montage,
5.
Funktionsprüfungen, Probebetrieb und Abnahme,
6.
die Erstellung der vollständigen Dokumentation und Revisionsunterlagen.
Die Planung ist vollständig in die Gesamtplanung des Bauvorhabens zu integrieren. Der Auftragnehmer hat die Schnittstellenkoordination insbesondere mit Architektur, Technischer Ausrüstung (HLS, ELT, RLT), Brandschutz, Logistikplanung, Tragwerksplanung, Medizintechnik sowie Freianlagen sicherzustellen. Schnittstellen sind frühzeitig zu identifizieren, abzustimmen und Konflikte eigenständig zu lösen.
Besondere Anforderungen ergeben sich aus den betrieblichen, hygienischen und sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen einer zentralen Speiseversorgung in einer psychiatrischen Klinik. Die Planung hat die vollständige Abbildung der Betriebsabläufe (u. a. Cook & Freeze, Regeneration, Ausgabe, Rücklauf, Spül- und Entsorgungsprozesse) sicherzustellen. Die Hygieneanforderungen gemäß LMHV und DIN-Reihe 10500 sind einzuhalten. In patientenrelevanten Bereichen sind die Anforderungen an die Suizidprävention baulich-technisch umzusetzen. Rein- und Unrein-Zonen sind eindeutig zu trennen und planerisch darzustellen.
Darüber hinaus sind die Vorgaben der LWL-Gebäudeleitlinie 2030 sowie die Anforderungen der DGNB-Zertifizierung (Zielniveau Silber) zu berücksichtigen. Maßnahmen zur Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Optimierung der Lebenszykluskosten sind planerisch zu integrieren und nachzuweisen.
Ziel der Beschaffung ist die Beauftragung eines fachlich qualifizierten Küchenfachplaners, der eine vollständige, prüffähige und vergabereife Planung sicherstellt und die Umsetzung der zentralen Speiseversorgung unter Berücksichtigung aller betrieblichen, hygienischen, technischen und organisatorischen Anforderungen gewährleistet.