Im Jahr 2017 wurden die bis dahin im Rettungsdienst eingesetzten Fahrtragen, bestehend aus einer Trage und einem Fahrgestell (mit Rollen versehen), die nur durch Körperkraft eingestellt und bewegt werden konnte, durch eine energetisch betriebene Fahrtrage und einem automatischen Be- und Entladesystem ersetzt. Die Erneuerung bzw. Tausch erfolgt aus wirtschaftlichen Gründen nur im Rahmen der Neubeschaffung von Krankenkraftwagen.
Die damalige Entscheidung, zukünftig nur noch die Fahrtragen und das dazugehörige Beladesystem der Fa. Stryker zu beschaffen, beruhte auf folgende Kriterien:
Zum Zeitpunkt der Entscheidung gab es von drei unterschiedlichen Herstellern energetisch betriebene Fahrtragen mit Beladesysteme. Grundvoraussetzung für die Entscheidung war, dass das neue System eine durchgängige lastfreie Be- und Entladung aus dem Einsatzfahrzeug ermöglichte und zusätzlich die Fahrtrage energetisch höhenverstellbar war. Dieses ist für die Entlastung der Wirbelsäule beim Tragen, Anheben, Absenken, Bücken und insbesondere beim Beladen des Fahrzeugs unabdingbar. Die weiteren Anforderungen waren Sicherheit für Anwender und Patient bei allen Vorgängen (Crash und Standfestigkeit, Benutzerfreundlichkeit, Traglast über 300kg, Nutzungsdauer der Akkus, Ladesysteme und Ladedauer sowie Wartungsintervalle und Reparaturservice). Zum Zeitpunkt der Entscheidung war der Intensivtransporter (ITW) des Kreises Lippe bereits mit einer Fahrtrage und dem Power-LOAD-System der Fa. Stryker im Einsatz. Die daraus gesammelten, durchweg positiven, Erfahrung flossen in die damalige Entscheidung mit ein. Nach ausführlicher Markterkundung und einem Vergleich der auf dem Markt befindlichen Fahrtragen und Beladsystemen entschied sich der Kreis Lippe für die Beschaffung des Power-LOAD-System mit der Fahrtrage Power Pro XT.
Trotzdem wurde bis heute die damalige Kaufentscheidung immer wieder durch eine ausgiebige Markterkundung neu bewertet. Alle Systeme haben sich stetig weiterentwickelt, so dass auch die Fa. Stryker heute ein Folgemodell der Fahrtrage Power Pro 2 mit vielen innovativen Verbesserungen anbietet. Das bisherige Modell wird nur noch bis zum Jahr 2023 verfügbar sein. Die neue Trage ist mit unserem Beladesystem vollständig kompatibel und bedarf keiner Nachrüstung.
Ein jetziger Wechsel zu einem anderen neuen System würde unverhältnismäßige technische sowie organisatorische Schwierigkeiten verursachen. Allein die Unterweisung aller Mitarbeiter aus dem Rettungsdienst (ca. 270 im Kreis Lippe) auf ein anderes neues System würde nicht nur einen erheblichen Mehraufwand erzeugen sondern auch nicht unerhebliche Personalkosten. Hinzu kommt, dass es zurzeit kein vergleichbares System zum Power-LOAD-System gibt.
Eine Kompatibilität mit anderen Fahrtragensystem ist werkseitig nicht möglich und somit ausgeschlossen. Somit ist eine Übernahme eines Patienten von einem auf das andere Fahrzeug nicht mehr möglich (z.B. nach einem Fahrzeugdefekt).
Fahrtragen und Beladesystemen sind grundsätzlich Medizinprodukte, die regelmäßig überprüft und gewartet werden müssen. Für die Betriebssicherheit ist es deshalb unabdingbar, dass defekte Tragen schnellstmöglich wieder repariert werden. Die Ausfallzeiten der Rettungsmittel müssen so kurz wie möglich gehalten werden. Dafür ist ein zuverlässiges Servicenetzwerk des Anbieters bzw. Herstellers unverzichtbar. Nach den Erfahrungen der letzten 4 Jahren wurde unsere Erwartung von der Fa. Stryker zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Dieser Service wird durch Wartungsverträge mit der Fa. Stryker sichergestellt, die Arbeitszeit, Fahrzeit, Fahrtkosten und Ersatzteile (außer Akkus) beinhalten.
Die Kreise Höxter, Lippe und Paderborn haben bereits im Jahr 2020 einen Rahmenvertrag mit der Fa. Stryker über den Neukauf und die Wartungsverträge geschlossen. Dieser läuft am 30. April diesen Jahres aus. Die genannten Kreise möchten diesen Vertrag erneuern und auf die neuen Produkte der Fa. Stryker anpassen. Um noch größere Rabatte zu erzielen, würden auch der Kreis Gütersloh, Warendorf sowie die Städte Höxter, Detmold, und Gütersloh dem neuen Rahmenvertrag beitreten. Die Ausschreibung erfolgt gemeinsam und wird durch die Vergabestelle des Kreises Lippe durchgeführt (nach §4 VgV).
Alle genannten Träger der Rettungsdienste sowie Betreiber haben in der Vergangenheit beschlossen, auf allen Rettungsmitteln das Tragensystem der Fa. Stryker einzusetzen.
Es handelt sich um eine Direktvergabe ohne Wettbewerb mit nur einem Bieter (§ 14 Abs. 4 VgV).
Der Auftrag kann nur von einem bestimmten Unternehmen erbracht oder bereitgestellt werden, weil aus technischen Gründen kein Wettbewerb vorhanden ist (§ 14 Abs. 4 Nr. 2b VgV).